Alles anzeigenAus dem Grund habe ich bisher nichts weiter kommentiert. Will niemand in eine Schublade stecken oder einen Vorwurf machen, aber eine Diskussion ist in Schriftform ist eher schwierig......
Zähle mich ja eigtl. auch zu den Petrolheads, bin aber offen für Neues. Hätte mir jemand vor >3 Jahren prophezeit, ich würde einmal sagen: "nie wieder einen neuen Verbrenner", ich hätte ihm den Vogel gezeigt!
Und nun..... nun ist genau das passiert!
Der Alltag eines jeden ist aber unterschiedlich, die die jeden Tag fahren (müssen), die die auch Alternativen nutzen (Pedelec etc.), und die, zu denen gehöre ich, die täglich zu Fuß ins Geschäft laufen und das Kfz nur für alle anderen Dinge benötigen. Ein Luxusproblem....
Wir fahren Montags und Freitags zum Einkaufen, das sind ca. 3km einfach. Da würde ich es mir sehr genau überlegen mit dem R zu fahren oder lieber zu einem anderen Einkaufsmarkt zu laufen, bevor ich den R 3km im Kaltlauf durch den Verkehr quäle und einen hohen Verschleiß erzeuge. Von den Emissionen reden wir erst gar nicht.
Beim BEV ist es vollkommen egal, wie lange die Strecke ist! Verschleiß in dem Sinne gibt es nicht mehr, selbst die Bremse ist nach >34T km neuwertig, da zu 98% rekuperiert wird.
Hinzu kommt, dass ich noch nie mit dem Kfz spazieren fahren war, das war früher Aufgabe der Moppeds. Aber auch das findet seit den All-Mountain-Pedelecs nicht mehr statt.
Der Zufall wollte es, dass wir Januar 2020, also kurz vor Beginn der Pandemie, unsere "Hirsche" erhielten. Die anschließende Schließung aller Geschäfte führte zur Notwendigkeit, dass ich Ware ausliefern musste. Mit dem R wäre das allerdings "finanzieller Selbstmord" gewesen, also ging´s auf´s Rad.
In 6 Wochen hab ich dann schnell mal 1700 km damit abgerissen. Irgendwann stand ich dann mal im Wald und wartete auf meine Frau und betrachtete die Straße unten im Tal. Keine Ahnung, wie oft ich da unten schon mit der Harley in den vergangenen 35 Jahren lang gefahren bin!? War immer das Gleiche.....
Plötzlich öffnet sich im Wald aber eine komplett neue Welt! Viel mehr Möglichkeiten und neue Wege zu erkunden und es sind so viele, dass alle quasi nicht möglich ist. Damit war (unbewusst) der 1. Stein zum Thema Elektro ins Rollen gekommen....
Im Sept. 2021 wollte ich für meine Frau einen T-Roc (FL) bestellen. Damit ich auch ein bisschen Spaß habe, natürlich der 2.0TSI und 4Motion, also der mit 190 PS.
Aber das Angebot von meinem Stamm-Autohaus war ernüchternd - leider waren damals keine Konditionen (für Unternehmer) möglich. Damit hätte die Karre mehr als mein R gekostet und dazu war ich nicht bereit!
Zum Glück im Nachhinein...
Meine Frau sagte dann den alles verändernden Satz: ich hätte mit einem alternativen Antrieb kein Problem....
Also ich Fachzeitschriften gewälzt und zum Thema Hybrid informiert. Da wir aber keine eigene Lademöglichkeit haben waren die allerdings ganz schnell aus dem Rennen, denn damals nur mit 3.6 kW ladbar! Vollkommen uninteressant.
Also wie ist das nun mit den BEV´s? Viel gelesen und informiert, einige Probe gefahren und dann kam die Entscheidung doch am Ende schnell und es wurde am Ende ein ID.5.
Der kam dann allerdings nicht wie versprochen im April 2022, sondern wegen Putin erst im November.
Nach der "Eingewöhnungsphase" stehst Du nach 3 Wochen kurz nach dem Losfahren an der Ampel und fragt Dich: warum habe ich es jahrzehntelang als "normal" empfunden, dass da vorne ein Motor sich warmläuft und Energie verbraucht, obwohl wir uns gar nicht fortbewegen? Für was? Damit das Öl warm wird?
Ihr merkt schon..... der Verbrauch eines Kfz war mir noch nie egal. Meinen E21 habe ich nach 7 (schönen) Jahren im Oktober 1987 gegen einen Golf 2 GTI 16V (PL) getauscht. Waren beim BMW 12.5L (und auch deutlich mehr) "normal", waren es nun nur ca. 7 L, und die auch noch flotter als zuvor bewegt. Meine Kumpels damals haben zwar wegen dem Kat nur den Kopf geschüttelt aber die wurden dann irgendwann auch eines Besseren belehrt.
Auch den R habe ich mir gekauft, wohl wissend, dass er auch sparsam fahren kann.
nun kommt für mich als Unternehmer noch das Thema Finanzamt ins Spiel..... und nein, es ist nicht so wie viele glauben, man könne alles von der Steuer absetzen..... die Wirklichkeit ist eine andere!
Wir müssen beim ICE in D 1 % als Privatnutzung (oder Fahrtenbuch) zahlen. Beim ID sind´s nur 0,5%, inzwischen sogar nur noch 0,25%, weil die Grenze von 65K auf 100K angehoben wurde. Und das ist wirtschaftlich ein sehr großer Unterschied! Hinzu kommt, dass die Kosten für den Betrieb im Vergleich unfassbar niedrig sind! Wir haben einen Durchschnittsverbrauch von 16.1 kWh/100km (überwiegend urban), bei einem Strompreis von 0,39 kWh plus Grundgebühr macht das für 34.000 km nur ca 2100.- reine Stromkosten (ohne GG). Dazu gibt es keinen Öl- und Bremsenwechsel, nur die Bremsflüssigkeit wurde bei der 1. Inspektion im November getauscht. Filter etc. natürlich auch...
Noch nie zuvor in den letzten 47 Jahren bin ich vergleichsweise günstig von A nach B gefahren. Ja, Spaß im Sinne des R ist das natürlich nicht, wir reden hier vom reinen Alltagsbetrieb. Dafür ist das Fahren absolut stressfrei und entschleunigend.
Die spontane Leistungsentfaltung ist sensationell (das kann aktuell nur der neue Turbo S in ähnlicher Form) und ist immer verfügbar.
Benötige keine Zeitaufwendung mehr um zu tanken, denn er lädt während wir einkaufen.... selbst bei den Temperaturen alles ausreichend schnell (keine Konditionierung bei uns)
Im November sind die 4 Jahre um und ich bin froh, dass dann was Neues kommt, aber nicht wegen dem Auto an sich, nur wegen der alten Hard- und Software, die unfassbar langsam ist. Vermutlich wird es für die Übergangszeit dann ein junger ID.7 bis bei VW die 800V-Technik einzieht....
Ja, ihr dürft natürlich anders darüber denken, aber meistens haben die "Gegner" überhaupt keine eigene, bzw. ausreichende Erfahrung mit dem Thema BEV und bilden sich ihre ablehnende Haltung (die früher auch meine war) rein aus Unkenntnis oder aus den (falschen) Medien und das finde ich sehr schade!
Leider hat in den letzten Jahren, vor allem seit der Pandemie, die Bereitschaft für eine faktenbasierte Diskussion sehr deutlich gelitten und das besorgt mich doch schon sehr, denn davon lebt letzlich eine freie Demokratie!
In diesem Sinne.....
Hab leider für so eine ausführliche Antwort nicht viel Zeit, stimme dem aber zu.
BEV sind perfekte Dailys. Wegen all dem was du angesprochen hast. Ich bin auch ein Petrolhead, muss dennoch zugeben, das ein BEV sehr viel Sinn ergibt und definitiv die Zukunft ist. Das werden noch einige verstehen müssen.
Dies ist aber keine entweder oder Frage.
Ich fahre als Dienstwagen einen X5m weil ich Leistung wollte und eine entsprechende Anhängelast brauchte. Meine Frau fährt einen aktuellen IX1 30 X-Drive. Ein absolut grandioses Auto. Für die Kurzstrecken wird wohl noch ein BEV für mich dazu kommen. Ich hab nur 5 Minuten in meine Firma, da macht der V8 wenig Sinn.
Es geht also beides, daher bin ich für Technologieoffenheit. Ich sehe die Zukunft im BEV bei Dailys und Verbrenner bei Spaß und Liebhaberfahrzeugen.